Dr. med. Michael Schmid
Facharzt für Orthopädie und Spezielle Schmerztherapie

PERKUTANE NUKLEOPLASTIE DER BANDSCHEIBEN
DER LENDENWIRBELSÄULE

Durch die Häufung abnützungsbedingter Schmerzen der
Wirbelsäule hat die oben genannte Behandlungsmethode
der Nukleoplastie Bedeutung erlangt. Ein Großteil dieser
Schmerzen geht direkt von den Bandscheiben aus und diese
für Schmerzen verantwortliche Struktur kann heute mit der
perkutanen Nukleoplastie erfolgreich behandelt werden.
Diese Behandlungsmethode wird ohne großen Aufwand für
den Patienten in lokaler Betäubung und gelegentlich zu-
sätzlich in Analgosedierung durch einen Anästhesisten
durchgeführt.
Eine Nakrose ist nicht notwendig. Der Eingriff wird von allen
Krankenkassen bezahlt und dauert 45 Minuten. Es sind mit
dieser Methode diejenigen Schmerzen behandelbar, die
direkt von den Bandscheiben ausgehen und ausstrahlende
radikuläre Schmerzen, die durch Druck der herausquellenden
Bandscheibe auf den Spinalnerv entstehen.
Schwerwiegende Nebenwirkungen gibt es bei sachgemäßer
Anwendung nicht. Eine dünne Kanüle wird von hinten- seitlich
in das Zentrum der Bandscheibe vorgeschoben.
Dabei wird die Lage der Kanüle unter Röntgensicht in
mehreren Ebenen kontrolliert. Durch diese Kanüle wird dann
die Nukleoplastiesonde geschoben. Diese sendet Radio-
wellen aus, welche Bandscheibengewebe verdampfen und
kleine Hohlräume schaffen. Somuit wird der Druck in der
Bandscheibe vermindert, die Bandscheibe geschrumpft und
die Bandscheibenvorwölbung in Richtung Wirbelkanal kann
sich verkleinern.
Zusätzlich können durch Hitzeentwicklung in der Bandscheibe
Schmerzfasern abgetötet werden.
In aktuellen amerikanischen Studien waren 79% der
Patienten mit dem Ergebnis der Nukleoplastie zufrieden,
wobei eine Erfolgsrate bei 67% bei bereits Voroperierten
zu verzeichnen war und eine Erfolgsrate von 82% bei nicht
voroperierten Patienten (lewis S. Sharps, Pain Pphysician,
Volume 5, 121-126, 2002).
Der erste Patient wurde im Juli 2000 in den USA operiert.
Insgesamt wurden weltweit über 10 000 Patienten behandelt.

Die Methode kann durchgeführt werden, wenn die Band-
scheibenhöhe noch zur Hälfte erhalten ist und der Vorfall
nicht sequestriert ist. Als Entschlusskriterien gelten eine
chronische Lumbago oder radikuläre Schmerzen über drei
Monate. Selbstverständlich sollten im Vorab bereits kon-
servative Behandlungsversuche unternommen worden sein.

Nebenwirkungen sind durch die minimalinvasive und sehr
schonende Technik sehr selten. Es können aber auch bei
größter Sorgfalt des Operateurs und seiner Mitarbeiter
Komplikationen eintreten.
Bezüglich der Risikoabwägung verwende ich in der
Patientenaufklärung die dokumentierte Aufklärung des
proCompliance Verlages über die Diskographie.

Entzündung:
Jede Wunde oder jeder Einstich kann sich entzünden.
In seltenen Fällen kann die Entzündung auf die Nachbar-
schaft des OP-Bereiches oder sogar auf den ganzen Körper
übergreifen. Sie selber dürfen kein erhöhtes Infektionsrisiko
beherbergen. Bitte sagen Sie Bescheid, wenn Sie Fieber
haben, sich krank fühlen oder irgendwo am Körper eine
Infektion haben wie z.B. einen Furunkel, Abszess oder
Eiterherd. Zur Prophylaxe wird während des Eingriffes eine
Antibiotikainfusion verabreicht.

Nachblutung:
Auch wenn bei Beendigung des Eingriffes keine Blutung zu
erkennen ist, kann ein angestochenes Blutgefäß später
wieder zu bluten beginnen. Patienten mit blutverdünnenden
Medikamenten werden erst nach Freigabe durch ihren Hausarzt
behandelt, wenn die Blutgerinnungswerte stabil sind.
Patienten, die mit ähnlichen blutverdünnenden Medikamenten
behandelt werden, z.B. ASS, Diclofenac, Voltaren usw., werden
erst nach 5-tägiger Absetzung dieses Medikamentes behandelt.
Vermeiden Sie bitte jegliche Wärmeanwendung nach dem
Eingriff und nehmen Sie Schmerzmittel nur nach Rücksprache
mit mir oder nach meinen Angaben.

Nervenverletzung:
Dies ist außerordentlich selten durch die oben beschriebene
Vorgehensweise, kann aber letztlich bei keinem Eingriff ganz
ausgeschlossen werden. Insbesondere ist die Verletzung
kleinster Hautnerven möglich. Dies kann zu einer Harab-
setzung des Gefühlsvermögens in umschriebenen Bereichen
führen.

Schwellungen:
Schwellungen können kurzfristig auftreten. Vermeiden Sie
bitte jegliche Wärmeanwendungen.

Schwangerschaft
muss wegen der Röntgenstrahlen ausgeschlossen sein.

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 Kurzportrait
Behandlungsstrategien in
 der Schmerztherapie
Infiltration der kleinen
Wirbelgelenke
Minimalinvasive
epidurale Kathedertechnik
Racz-Katheder
Perkutane Radiofrequenz-
behandlung an den
Wirbelgelenken
Perkutane Nukleoplastie
der Bandscheiben der LWS
Pasha-Katheder zur
Neuromodulation
Multifunktionskatheder